Bordesholm – die ehemalige Stiftskirche


Kloster Bordesholm
Kloster Bordesholm

Als die Chorherren des um 1130 unter dem Namen >novum mona- sterium<, eines Neu-Münsters, gegründeten Augustiner-Stifts im Jahre 1326 umzogen, hinterließen sie dem alten Ort ihren Namen, eben Neumünster, und nannten ihr Kloster fortan nach dem neuen Wohnsitz, einem abgelegenen Holm (Insel) im See nahe dem Dorf Eider- stede: Bordesholm. Mit dem 1322 in zehnjähriger Bauzeit entstandenen Herrenchor zählt die Backsteinhalle des späten 15. Jh. zu den schönsten Sakralbauten im Lande. Nach der Reformation musste das Stift 1566 aufgelöst werden – schon 1377 hatten Kritiker das lockere Treiben der Chorherren moniert. Statt dessen gründete Herzog Hans d. Ä. also eine Gelehrtenschule, aus der 1665 die Universität Kiel hervorging. Von der einst reichen Ausstattung blieb wenig, der Bordesholmer Altar von Hans Brüggemann wurde 1666 in den Dom zu Schleswig überführt. Die Gebäude verkamen oder fielen 1859-61 der umfassenden Restaurierung durch Hermann Georg Krüger zum Opfer, als man sie bis auf die Sakristei und einen Ansatz des Kreuzgangs abriss. Aus der dritten und letzten Bauphase um 1500 stammen noch die vier geschnitzten Schlusssteinscheiben der Chorgewölbe, wohl aus der Werkstatt Hans Brüggemanns: Weltenrichter, Madonna, Petrus und – verschlungene Eheringe (ursprünglich mit dem Stifterwappen des herzoglichen Paares).

In der späten Gotik hatten Herzog Friedrich von Gottorf und seine Gemahlin Anna von Brandenburg das Stift als ihre Grablege bestimmt und ab 1490 entsprechend reich ausgestattet. Aus dieser Zeit und der Periode vor der Reformation stammen noch das überlebensgroße Triumphkreuz (1. Hälfte des 15. Jh.), ein Altar mit sensibel geschnitztem hl. Augustin (um 1500), der Kirchenväteraltar, dessen Gemälde Papst Gregor d. Gr., Augustinus, Ambrosius und Hieronymus darstellt (Mitte des 16. Jh.), vor allem aber das wertvolle, wahrscheinlich in Lübeck gearbeitete Chorgestühl aus ursprünglich 40 Sitzen (1509). Mit seinem aufwändigen Maßwerk, Baldachinen, Fialen, Medaillons mit Evangelistensymbolen, Löwen und Stifterwappen erinnert es an das etwa gleich alte Gestühl des Doms zu Schleswig. Hier im Norden einzigartig ist die spätgotische Bronzetumba des Herzogspaars, die wohl 1514 nach dem Tod der Herzogin Anna entstand (als dänischer König wurde Friedrich selbst 1533 im Dom zu Schleswig beigesetzt). Lebensgroß ruht das Herzogspaar mit individuellen Zügen fein charakterisiert auf der reich mit Ornamenten geschmückten Deckplatte, besonders der Herzog als willensstarker Fürst, ganz im Stil der frühen deutschen Renaissance gestaltet, während die Apostelfiguren an den Längsseiten sowie vier Leuchterengel vor den Ecken noch im Stil der hohen Gotik stilisiert sind.

Hans Brüggemanns großartiges Monumental-Retabel ersetzt der Barockaltar von 1727 naturgemäß nur unvollkommen, obwohl die kolossale Säulenanordnung mit Wolkenkranz und Strahlenring offenbar bemüht ist, der Form der hohen gotischen Chorfenster zu korrespondieren. Engel, Vasen und Evangelisten geben der zentralen Taufe Christi einen dekorativen Rahmen. Barocken Ursprungs ist auch die aus Kupfer getriebene Taufe samt Deckel (1737). Amtshaus und Pastorat stammen aus der 2. Hälfte des 18. Jh., die Gerichtslinde markiert den Platz einer alten Thingstätte.

Weithin schon sieht man den Turm von St. Johannes in Brügge, bezeugt ist der romanische Feldsteinbau schon 1238. Hohe Reetdächer schützen die traditionellen Fachhallenkaten des 19. Jh. auf dem Sandberg (Nr. 6, 8 und 10). Der gotische Saal der Kirche in Flintbek geht auf eine Gründung des Stifts Neumünster von 1223 zurück, spätmittelalterlich sind noch eine Bronze-Taufe (1504) von Reymer Jappe, drei Mönche tragen den Kessel, und der spätgotische Schnitzaltar mit Kruzifix und Heiligenfiguren (um 1450). Gut Schie- rensee fand schon in Annalen von 1469 Erwähnung, das dreiflügelige Herrenhaus von elf Achsen um einen Ehrenhof gestaltete Johann Adam Richter (1775-82).

Dokumentation des Landes und seiner Regionen: Kiel-Molfsee

Das 1965 eröffnete Freilichtmuseum Kiel-Molfsee, nur wenige Kilometer südlich von Kiel, ist wohl das schönste seiner Art in Deutschland. Auf knapp 70 ha reizvoller Fläche inmitten kleiner Hügel und Teiche sind hier Bauernhäuser, Katen, Scheunen, Windmühlen und räder zusammengetragen worden. Ein überdimensionales Puzzle gewissermaßen, das Schleswig-Holsteins bäuerliche Kultur zwischen den Meeren widerspiegelt, vom Wohnraum mit Alkoven des Hauses Untiedt aus Barsbek in der Probstei von 1797 bis zum Pesel der >guten Stube< – des Walfängers Lorens Petersen de Hahn von Sylt, dessen Haus von 1699 Walkiefer zieren. Rund 30 Zimmer sind komplett mit den originalen Wandpaneelen und passendem Mobiliar erhalten, aus armseligen Katen und reichen Höfen, Bauten aus Fachwerk mit Lehm oder Backsteinen. Zu den ältesten Gebäuden zählt das Pfarrhaus aus Grube von 1569. – Dass trotz des offenen Feuers und anderer Gefahren Häuser überhaupt Generationen über-leben können, verdanken sie der Feuerwehr. So ist es nur gerecht, dass in Molfsee das Provinzial-Brandschutzmuseum im Eutiner Kutscherhaus über Möglichkeiten vorbeugender und akuter Brandbekämpfung aufklärt.

Besuchen Sie uns unter: Urlaub Hessen Reisesiele, Ha Long, Mekong Flussreisen, Rundreisen Vietnam und Kambodscha | Excursion ninh binh halong 3jours | voyage privé vietnam | Vacances en famille | circuit au cambodge 15 jours