Ein Eichhörnchen als Wappentier: Eckernförde 3


Ein ausgemusterter hölzerner Fischkutter grüßt Kurgäste an der Einfahrt ins Seebad Damp. An die Evakuierung zahlreicher Vertriebener aus den ehemaligen Ostprovinzen erinnert außer einer Glocke (1566) aus Langewiese in Schlesien das Museumsschiff Albatros. An Bord dokumentiert eine Ausstellung, wie abenteuerlich und gefährlich die Fluchtbedingungen 1944/45 waren, allein bei der Versenkung der »Wilhelm Gustloff< durch alliiertes Bombardement ertranken am 31. Januar 1945 über 5000 Menschen; eine technische Rarität ist die Compound-Dampfmaschine des 1912 gebauten Schiffes. – Gut Grünholz wurde 1463 erwähnt, 1749 entstand der stattliche barocke Ziegelbreitbau in neun Achsen, den Kolossalpilaster und ein deutlich vorragender Mitteirisalt samt anmutigem Portal über der Freitreppe gliedern. Erhalten hat sich die kaum veränderte Innenausstattung des Rokoko. In den Jahren 1720-27 entstand das lang gestreckte Herrenhaus des Gutes Gereby, das Landgraf Carl von Hessen 1826 in Carlsburg umbenannte und gründlich umbauen ließ.

Museumsschiff Albatros
Museumsschiff Albatros

Schon im 13. Jh. mauerte man aus Ziegeln Schiff und eingezogenen Kastenchor der Kirche zu Karby. Erhalten haben sich Reste der spätgotischen Ausmalung und eine stimmungsvolle Ausstattung mit romanischer Granittaufe (12. Jh.) und prächtig geschnitzter Renaissance-Kanzel (1592). Nach Arnis verkehrt eine Wagenfähre über die Schlei, man kann allerdings auch die großartige Aussicht vom Ufer an der Stelle Schwonsburg genießen. Dem Ringering-Kreis verdankt die Kanzel der romanischen Feldsteinkirche zu Thumby ihre Entstehung. Ausgesprochen reizvoll liegt seit 1200 die kleine romanische Feldsteinkirche in Sieseby oberhalb der Schlei. Interesse dürfen Fragmente der Ausmalung beanspruchen und die Kanzel der Renaissance (1592) mit ungewöhnlichen Reliefs: Opferung des Isaak, Auferstehung, Pfingsten, Bekehrung des Paulus und Steinigung des Ste-phanus zwischen Allegorien der Tugenden. Als gleichermaßen malerisches wie gepflegtes Ensemble versteht sich das Dorf als eine Art bewohntes Freilichtmuseum Alt-Schwansens. – Wohlhabende Bürger kopierten gern Lebensformen des Landadels: Der Eckernförder Kaufmann Christian Otte ließ sich das 1448 erstmals erwähnte Gut Krieseby 1742 in barockem Stil ausbauen. Lisenen gliedern den schlichten Backsteinbau. Über dem rustizierten Portal des mächtigen Torbaus von 1749 ragt ein origineller dreigeschossiger Glocken- und Uhrturm auf.

Beachtung verdient auch der spätromanische Backsteinbau von St. Petri (um 1220) zu Rieseby. Liebevoll ist die Außenwand mit Kreuzbogen- und Stäbchenfriesen verziert. Ende des 13. Jh. entstand das hölzerne Antemensale, eine Verkleidung der Vorderfront des Al- tartischs mit zwei Reihen geschnitzter Blendarkaden und einer spätromanischen Mandorla in der Mitte samt Resten gemalter Figuren, das älteste Beispiel erhaltener Tafelmalerei im nördlichen Deutschland. In kräftigem Barock prangt darüber der Altaraufsatz von 1669, so wuchtig, dass Petrus und Paulus die Seiten stützen müssen. Der romanischen Granittaufe (12. Jh.) wurde um 1650 in schönem Knorpelbarock ein Deckel hinzugefügt, zu dem Flensburger Schnitzer auch gleich die passende Kanzel lieferten. Noch der Erbauungszeit der Iürche entstammt die farbig gefasste Triumphkreuzgruppe auf dem originalen ornamentierten Balken.

Die Anfänge von Gut Saxtorf liegen im 15. Jh., gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges ersetzte man eine erste Wasserburg durch einen stattlichen Dreiflügelbau. Weil der allerdings 1847 ausgebrannte, wurden die zum Teil erhaltenen Außenmauern nüchtern in neogotischem Stil ergänzt. – Über Rieseby und Norby mit seiner Windmühle, einem Galerieholländer namens >Anna< von 1911, gelangt man, vorbei am überaus reizvollen Ornumer Noor, nach Kosel. Spontan assoziiert man beim Anblick des wuchtigen Rundturms von St. Laurentius den Begriff >Wehrkirche<. Im Kern stammt der einschiffige Feldsteinbau aus dem 12. Jh., wurde mehrfach ergänzt, ohne dass dabei die Gewölbemalereien des 17. Jh. größeren Schaden nahmen. Dem Barock dieser Zeit ist ebenfalls – bis auf Kruzifix und zwei spätgotische Heilige – die Ausstattung mit Altaraufbau, Kanzel und Westempore verpflichtet, älter ist freilich auch die romanische Granittaufe.

Vor den Toren Eckemfördes liegt seit dem 15. Jh. Gut Windeby, der jetzige Breitbau ging 1858 aus einem Doppelhaus des 16. Jh. hervor, von dem sich im Inneren Teile erhalten haben. Reizvoll dank seiner idyllischen Seen und Heide- wie auch Moorgebiete liegt der Naturpark Hüttener Berge rings um Hütten mit seiner Backsteinkirche (um 1300). Als Zeugnisse ländlichen Wirtschaften haben sich die Windmühle (Galerieholländer von 1877) in Groß Wittensee am gleichnamigen See und die Flachsdarre von Kirchhorst (ausgeschil- dert) erhalten. Am Owschlager See zeigt der Mini-Born-Park Baudenkmäler aus aller Welt im Maßstab 1 :25 – natürlich auch aus Schleswig-Holstein. Höher ist zwar der dicht bewaldete Scheelsberg mit seinen 106 m, die bessere Sicht genießt man allerdings vom nur 97 m hoch aufragenden Aschberg (zwischen Ascheffel und Ahlefeld). Das ist ein Grund, warum der bronzene Bismarck (1906) von Adolf Brütt sich mit dem niederen Gipfel begnügt und dort Ausschau hält. Am Südufer des Wittensees liegt Bünsdorf, die Feldsteinsaalkirche des späten 13. Jh. birgt eine bronzene Bechertaufe von Asmus Clausen (1665) und eine schön geschnitzte Holzkanzel des Hans Pahl (1692).

 Sehen Sie mehr: Urlaub Hessen Reisesiele, Vietnam Halong Bucht, Tagestour Mekong Delta, Kambodscha Reisen Erfahrungen | ninh binh halong 3jours | voyage privé vietnam | Circuit Vietnam authentique | circuit au cambodge 15 jours