Galerie bedeutender Persönlichkeiten 2


Hans-Jürgen Heise (*1930)
Nach Anfängen als Journalist machte der in Bublitz (Pommern) geborene Lyriker und Essayist, Autor ambitionierter Kurzprosa und literarischer Übersetzer seit 1949 vor allem mit zahlreichen Gedichtbänden und Berichten über Weltreisen – gemeinsam mit seiner Frau Annemarie Zornack – auf sich aufmerksam.

Hans-Jürgen Heise
Hans-Jürgen Heise

Sarah Kirsch (*1935)
Gemeinsam mit ihrem damaligen Mann Rainer Kirsch veröffentlichte die Lyrikerin in den 60er-Jahren erste Gedichte. Nachdem sie den Protest gegen die Ausbürgerung Biermanns 1976 aus der DDR unterstützte, war sie dort Schikanen ausgesetzt und übersiedelte 1977 in die Bundesrepublik.

James Krüss (1926-1997)
Erlebnisse seiner Vorfahren – sie waren Fischer – regten den auf Helgoland geborenen Schriftsteller zu überaus erfolgreichen Jugendbüchern wie >Der Leuchtturm auf den Hummerklippen< oder >Mein Urgroßvater und ich< an (1960 erhielt er den Deutschen Jugendbuchpreis). Für erwachsene Leser verfasste Krüss zahlreiche Legenden, Erzählungen, Satiren, Lieder und Gedichte.

Günter Kunert (*1929)
Beeinflusst von Johannes R. Becher und Bert Brecht hatte der in Berlin geborene Kunert in der DDR seit 1950 Essays, Erzählungen, Reisejournale, Märchen, Kinderbücher und vor allem Gedichte veröffentlicht, bevor er 1979 in die Bundesrepublik kam.

Siegfried Lenz (*1926)
Vor allem mit Fragen der Kriegs- und Nachkriegszeit, von Schuld und Einsamkeit befasste sich der in Lyck (Ostpreußen) geborene Schriftsteller, beherrscht aber auch humoreske Erzählformen: >So zärtlich war Suleyken<. Der 1968 veröffentlichte Roman >Deutsch- stunde< thematisiert die Unterdrückung der Kunst im Dritten Reich am Beispiel eines Malverbots, unschwer lassen sich Motive des Romans auf reale Erlebnisse Emil Noldes zurückführen.

Detlev von Liliencron (1844-1909)
Neben seiner Karriere als preußischer Offizier und Verwaltungsbeamter entwickelte sich der in Kiel geborene Schriftsteller mit Romanen, Dramen, Novellen und Gedichten, die sinnliches Erleben malerisch wiedergeben, zu einem der interessantesten Vertreter des deutschen Impressionismus.

Jan Liss (um 1597 – um 1630)
Aus Oldenburg (Holstein) stammt der lange unterschätzte bedeutende Maler des Barock. Während seiner Studien in den Niederlanden nannte er sich Jan Lys und widmete seine Darstellungen vor allem religiösen und mythologischen Themen.

Uwe Jens Lornsen (1793-1838)
Mit seiner Schrift >Über das Verfassungswerk in Schleswig-Holstein< (1830) gab der in Keitum auf Sylt als Sohn eines Kapitäns geborene Jurist den Anstoß zur Ablösung der Herzogtümer von Dänemark, was ihm zwei Jahre Festungshaft eintrug.

Heinrich Mann (1871-1950)
Seine noch vor Beginn des Ersten Weltkriegs vollendete Satire >Der Untertan< konnte wegen deutlicher Anspielungen auf Wilhelm II. erst nach 1918 erscheinen. Bekannter als der Roman >Professor Un- rat< wurde dessen Verfilmung >Der blaue Engeb, was Heinrich Mann zu der Bemerkung veranlasste, sein »Kopf und die Beine von Marlene Dietrich« hätten ihn berühmt gemacht. Bis 1933 amtierte der in Lübeck geborene Autor und >Radikaldemokrat< (Walter Jens) als Präsident der Sektion Dichtung der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Über Prag, Paris und Spanien emigrierte er in die USA. In Frankreich entstand der historische Roman über den >guten Kö- nig< der Franzosen: >Henri Quatre<. In Santa Monica nahe Hollywood, wo er im Exil starb, verfasste Heinrich Mann außer der Bio-grafie >Ein Zeitalter wird besichtigt unter anderem die Romane >Der Atem< und >Empfang bei der Welt<.

Thomas Mann (1875-1955)
Für die >Buddenbrooks< erhielt der lübische Patriziersohn 1929 den Nobelpreis. Wie sein Bruder emigrierte er in die USA und lebte nach 1945 in der Schweiz. Romane wie >Königliche Hoheit, >Der Zauberbergs »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krulh oder die Tetralogie »Joseph und seine Brüder< verbinden sprachliche Artistik mit subtilem Humor und spielen Positionen bürgerlicher Lebensweise gegen Künstlertum und Boheme aus. Mit dem Goethe-Roman »Lotte in Weimar< und der Adaption nicht nur goethescher Motive im »Dr. Faustus« wollte Thomas Mann vom Exil aus der Weltöffentlichkeit dokumentieren, wo das Erbe der deutschen Klassik gepflegt wurde – nicht im Dritten Reich.

Theodor Mommsen (1817-1903)
Der in Garding geborene Historiker und Jurist verfasste mit seiner »Römischen Geschichte< aus einer aktualisierenden Perspektive – er hatte an der demokratischen Bewegung und Revolution 1848 teilgenommen – ein für das 19. Jh. bahnbrechendes Werk der Historiografie und erhielt 1902 als erster Deutscher den Nobelpreis für Literatur.

Erich Mühsam (1878-1934)
Seine Jugend verlebte der in Berlin geborene Lyriker, Dramatiker, Satiriker und Essayist weitgehend in Lübeck. In München beteiligte er sich nach 1919 als sozialistischer Politiker an der Bayerischen Räterepublik, nach deren Niederschlagung er sechs Jahre einer 15-jährigen Festungshaft verbüßte. Mühsam wurde im KZ Oranienburg ermordet.

Emil Nolde (1867-1956)
Unter dem Namen Emil Hansen wurde der Maler in Südtondern geboren und nannte sich später nach dem Geburtsort Nolde. Arbeiten aus seiner Lehre als Holzschnitzer zieren noch heute den Schreibtisch Theodor Storms in Husum. Seit 1918 lebte Nolde in Seebüll, wo heute das Museum sein Andenken pflegt. Als Nolde 1941 Berufsverbot erhielt, teilte ihm der Präsident der >Reichskammer der bildenden Künste< per Einschreiben vorwurfsvoll mit, anlässlich der >Ausmerzung der Werke entarteter Kunst< hätten allein von ihm 1052 Arbeiten beschlagnahmt werden müssen. Der wegen seiner leuchtenden Farben international geachtete Hauptmeister des deutschen Expressionismus verlegte sich in einem Akt >innerer Emigration auf Werke kleinsten Formats, die er seine >ungemalten Bilder< nannte.

Sehen Sie mehr: Dschunke Halong Bucht, Mekong Delta 2 Tage, Reise Vietnam Kambodscha Laos