LAND UND GESCHICHTE 2


Schleswig-Holsteins geologische und geografische Gestalt

Vom Norden zieht sich parallel zu den Meeresküsten eine Hügelschwelle durch das Land gen Süden, der Geestrücken (güst bedeutet öde, unfruchtbar), dem im Westen fruchtbare Marschen und nach Osten hin Jungmoränen vorgelagert sind, sanfte Höhenzüge, die als Ausläufer der Gletscherablagerungen an die Eiszeiten erinnern. So sieht – vereinfacht gesagt – der geologische Aufbau Schleswig-Holsteins aus. Dabei ist das nördlichste Bundesland erdgeschichtlich vergleichsweise jung, denn bis ins 19. Jh. haben Kräfte der Natur die Küstenlinie geformt. Erst 1825 führte die >Halligenflut< an der Westküste zu größeren Landverlusten, verheerend wirkte sich für die gesamte Nordseeküste noch die Flut vom Februar 1962 aus.

Landwirtschaft in Schleswig-Holstein
Landwirtschaft in Schleswig-Holstein

Im wesentlichen haben aber zwei geologische Phasen die Geest und das unterschiedliche Höhenniveau zwischen den flachen Marschen und dem östlichen Hügelland hervorgebracht. Als der Urkontinent Pangäa im Erdzeitalter des Perm vor rund 250 Millionen Jahren auseinander driftete, sank das Becken der Nordsee in seinem südlichen Bereich ab, den wir heute als Deutsche Bucht bezeichnen. Im Zuge dieser Bewegungen ging die Landverbindung zwischen dem heutigen Großbritannien und Dänemark verloren. Ablagerungen aus Trias, Jura, Kreide und Tertiär bedeckten den Grund der See, jüngere Sedimente drückten auf die unteren Schichten und bewirk-ten Verschiebungen. Während dieser lang andauernden Vorgänge blieb die Erdkruste bewegt, aufsteigende Schichten durchbrachen die Oberfläche, wie der Buntsandsteinfelsen Helgolands und in Bad Segeberg der Gips- oder Kalkberg. Als zu Beginn der Eiszeit dann in einer weiteren Entwicklungsstufe der Spiegel der Weltmeere abfiel, weil Wasser an den Polkappen zu Eis gefror, zog sich das Meer auch aus dem Bereich der Deutschen Bucht zurück. Frühgeschichtliche Nomadenstämme konnten hier siedeln und wieder zu Fuß in den Bereich Großbritanniens gelangen.

Doch auch die Folgen dieses zweiten geologischen Ereignisses sollten durch die neuerliche Erwärmung der Polkappen in der jetzigen Zwischeneiszeit oder Wärmeperiode aufgehoben werden, als der Meeresspiegel kontinuierlich anstieg und die früheren Küstenlinien in Nord- und Ostsee überflutete: Etwa 6000 Jahre v. Chr. erreichte das Wasser die Höhenlinie, die heute ca. 20 m unter dem Meeresspiegel liegt, gegen 4000 Jahre v. Chr. die Linie in 4 m Tiefe und etwa 2000 v. Chr. die 2-m-Tiefenlinie. Im Zuge dieser Überflutungen bildeten sich an der Ostküste die Förden, etwa 5500 v. Chr. wurde Helgoland – damals freilich bedeutend umfangreicher als heute – zur Insel, um 4000 v. Chr. Fehmarn vom Festland abgetrennt. Noch immer steigt der Wasserspiegel kontinuierlich an, wenn auch langsamer als früher, es sei denn, die Erwärmung der Erdatmosphäre beschleunigt sich weiterhin. Katastrophal wirkte sich besonders im Bereich der Nordseeküste mit ihren nur wenig über dem Meeresspiegel aufragenden Niederungen der langsame Anstieg des Wasserpegels aus, Sturmfluten führten immer wieder zu hohen Verlusten an Menschenleben oder Land. Um es vor Fluten zu schützen, deichte man weite Bereiche im Mittelalter ein – und verhinderte damit leider auch, dass vom Wasser mitgeführte Sinkstoffe sich absetzen konnten und den Marschboden so weiter erhöhten. Gleichzeitig sackte allerdings das Land selbst ab, weil die Marschen über altem Moorboden lagen, der langsam austrocknete. Großflächig betriebener Abbau von Torf zur Salzgewinnung vertiefte das Gelände zusätzlich.

Geprägt durch die See – Wirtschaftsraum Küste

Traditionell lebt die Region vom Handel. Schleswig-Holstein bildet die Brücke nach Skandinavien, der alte Heer- und Ochsenweg führte von Jütland in den Süden. Als wichtiger noch sollten sich aber die Schifffahrtsrouten erweisen. Dabei waren freilich die Hafenorte an den beiden Küsten durch ihre Lage unterschiedlich begünstigt. Weil sich in der westlichen Wattenlandschaft und den Uthlanden durch die als >Mandränken< gefürchteten Sturmfluten ständig der Küsten-verlauf und auch die schiffbaren Wasserwege änderten, konnten sich hier kaum starke Seehäfen entwickeln. Rungholt versank 1362. Einzig Husum profitierte von der Flutwelle, als der Wattstrom Hever landeinwärts drang und der Stadt einen Zugang zur offenen See bescherte. Die Lecker Au dagegen versandete im Mittelalter. Anders stand die Ostküste mit Flensburg, Kiel und vor allem Lübeck da, der strahlenden >Königin der Hanse<. Doch deren Stern sank mit der Entdeckung der Neuen Welt und der Verlagerung des Handels über den Atlantik, bei dem Bremen und Hamburg eindeutig Standortvorteile genossen. Konkurrenzgründungen wie Altona – an der Stelle einer älteren Fischereisiedlung -, Glückstadt oder Friedrichstadt war wirtschaftlich weniger Erfolg beschieden; um so besser konnten sie deshalb ihren historischen Charakter weitgehend bewahren.

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