REISEN ZUR KUNST IN SCHLESWIG-HOLSTEIN 13


Aus der Ferne täuscht der hohe neogotische Westturm wegen seiner Ziegel darüber hinweg, dass St. Jacobus in Süderbrarup gegen Ende des 12. Jh. aus Feldsteinen errichtet wurde. Damals entstand auch das massive Taufbecken aus Granit, etwa 100 Jahre jünger ist die kraftvoll geschnitzte, doch eindrucksvolle Madonna aus einer heimischen Werkstatt. Das Thorsberger Moor (am nördlichen Ortsrand) gilt als eine der reichsten Fundstätten Mittel- und Nordeuropas. Archäologen bargen bedeutende Opfergaben: Relikte der Stein- und Bronzezeit, Gefäße, Schmuck, Münzen und Waffen, zum Teil auch römischer Herkunft. Thorsberg – nach dem germanischen Kriegsgott Thor oder Wotan – war vermutlich im 1.-4. Jh. eine zentrale Opferstätte der Angeln. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Süderbrarup 1231 in einem Erdbuch als >Syndräbrathorp<. Das nahe Atelier Rurup-Mühle präsentiert ein Bernstein-Museum, das Heimatmuseum Mohrkirch Wissenswertes über das Antoniterkloster und den Ort. An der Strecke der Museumsbahn nach Kappeln liegt Wagersrott mit dem Bauernmuseum Holländerhof. Wahrscheinlich errichteten Fachleute der Schleswiger Dombauhütte um 1200 aus Granitquadern die spätromanische Dorfkirche von Norderbra- rup. Sie gilt jedenfalls als eine der schönsten in Angeln. Bemerkenswert auch hier die Reliefs des Südportals: Christus (oder Gottvater?) mit Petrus und Paulus. Um 1500 entstanden die spätgotischen Schnitzfiguren des Marienaltars, beeinflusst vom Stil Bernt Notkes. Ausgewogen in den Proportionen erscheint die spätromanische Backsteinkirche von Böel. Ihre Kanzel schnitzten zu Beginn des 17. Jh. Schüler von Heinrich Ringering, älter ist die spätgotische Tri-umphkreuz-Gruppe (um 1500). Aus einem romanischen Feldsteinschiff erwuchs durch Um- und Ausbauten die kleine Saalkirche in Loit, von der Passion Christi erzählt der Bilderfries des 16. Jh. Aus dem dänischen Ortsnamen >Ravenkier< (Rabensumpf) entwickelte sich das hochdeutsche Rabenkirchen, die Marienkirche geht auf einen romanischen Feldsteinbau des 12. Jh. zurück. Christian August Lorenzen aus Kopenhagen malte 1793 das Altarbild: Christus auf dem Ölberg für den aufwändigen Altar-Orgel-Prospekt. Zierlich wirkt die kleine romanische Feldsteinkirche in Oersberg-Töstrup aus dem späten 12. Jh. mit ihrem hohen, schlanken Dachreiter (1887), zahlreiche Figuren beleben die Kreuzigungsszene des spätgotischen Schnitzaltars (um 1520).

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