Slawische Burg und Bischofssitz: Bosau


Bosau
Bosau

Ausgesprochen hübsch und gepflegt gibt sich der Kern von Bosau rings um eine der ältesten Feldsteinkirchen Schleswig-Holsteins. Die Siedlung >Bozowe< »unter den Buchen« geht auf slawische Anfänge zurück und lag ursprünglich auf der Insel Bischofs-Warder; geschützt also während der christlichen Kolonisation und Landnahme unter Heinrich dem Löwen. Weil die Slawen oder Wenden den Bischofssitz Oldenburg 1066 erobert hatten, verlegte Bischof Vizelin seine Residenz hierher. Um 1150 begann man zu seinen Lebzeiten in Bosau die erste Kirche zu errichten, Fundamente eines Rundbaus von immerhin 15 m Durchmesser fanden sich bei Grabungen und sind im Boden mit Feldsteinen markiert. Das einschiffige Langhaus mit Kastenchor und runder Apsis kam zustande, nachdem der Bischofssitz 1160 nach Lübeck verlegt worden war. Überdauert haben in der Apsis Reste gotischer Malerei: Petrus – dem die Kirche geweiht war – und ein Stifter. Christus triumphiert als Weltenrichter in der Mandorla über den Auferstehenden des ungefassten Schnitzaltars der Gotik (um 1370), flankiert von Maria und Johannes, Aposteln und Heiligen, über den Büsten von Propheten und klugen wie törichten Jungfrauen. Ende des 15. Jh. entstand der kleine spätgotische Flügelaltar mit Petrus und Paulus. Ein Bernt Notke nahe stehender Künstler schuf um 1475 das Triumphkreuz, Engel fangen das ausströmende Blut in Kelchen auf. Spätgotischen Stil verraten ebenfalls die Schnitzfiguren von Maria mit Kind über der Mondsichel und Vizelins, dem man in neuerer Zeit ein Modell seiner Kirche in die Hand gab. Sensibel geschnitzte Köpfe blicken von den Wangen des gotischen Chorgestühls aus dem 15. Jh. Noch während des Dreißigjährigen Kriegs wurde 1636 die Renaissance-Kanzel geschnitzt: Zwischen Ecksäulen stehen in Nischen Christus und die Evangelisten sowie Paulus und Andreas. Recht rüde gezimmert sind die Ständer der Nordempore (17. Jh.), deren Gemälde zwischen Säulen Szenen aus dem Leben Christi erzählen. Ältestes Teil in der Kirche ist die mittelalterliche Taufe aus Granit über einem Kalksteinsockel (13. Jh.). Am prächtigsten von den Epitaphien ist das barocke des Henning Meyer (um 1670) mit vollplastischen Figuren, gedrehten Säulen, reichem Knorpel- und Blütenzierwerk ausgefallen; der bischöfliche Hausvogt musste als Buße wegen seiner lockeren Handhabung ehelicher Treue insgesamt sieben (!) ähnliche Tafeln stiften … Um 1890 wurde der Bismarckturm nahe Waldshagen am Vierersee auf dem Blocksberg errichtet. Als achtkantiger Holländer entstand die Windmühle in Grebin 1750.