Überseehafen in der City: Kiel 8


Von der ehemals dänischen Festung Christianspries des 17. Jh. sind in Kiel-Friedrichsort nur noch Bastionen, Gräben und Wälle zu erkennen, ein Leuchtturm (1866) sichert die Enge der Förde. Kiel-Schilksee war 1972 Standquartier für Segler aus aller Welt während der Olympiade; geblieben ist dem einst verträumten Ort das Olympia-Zentrum: Schwimmhalle und Seglerhafen. Das alte Fischerdorf Strande mit seinem malerischen Hafen avancierte zum Bad.

Leuchtturm in Kiel
Leuchtturm in Kiel

Bekannter dürfte auch >Landratten< der Badeort Laboe am Ostufer der Förde sein. Slawische Anfänge verrät der in einer Urkunde 1240 erstmals genannte Name >Lubodne< und bedeutet >Schwanen- ort< – Schwan und Anker zieren denn auch das Wappen des ehemaligen Fischer- und Bauerndorfes. Auf dem Hügel eines 1920 beseitigten Panzerturms ragt das Marine-Ehrenmal (1927-36) von Gustav August Münzer als expressiver Eisenbeton-Klotz, verblendet mit Granit und Ziegeln wie der Steven eines Drachenbootes, 85 m in den Himmel. Fatal erinnert seine Konstruktion an die nur wenig später errichtete Marineintendantur am Düstembrooker Weg, an monumentale Herrschafts-Architektur der Nazis. Wegen des Respekts vor den Opfern und Leiden der Seeleute, auch und gerade im Krieg: Hier wird mit Ehrenhalle, Weihehalle und Ehrenhof der Einzelne zugunsten einer vagen Volksgemeinschaft relativiert, individuelles Schicksal wegretuschiert und verharmlost, letztlich Sterben und Tod glorifiziert.

Allein das architektonische Zitat des Drachenboot-Stevens zeigt, dass den Erbauern weniger an realistischer Auseinandersetzung mit dem Krieg und seinen Opfern gelegen war, als an deren propagandistischer Verklärung. Offenbar ist sich der Deutsche Marinebund des heiklen Dilemmas einer Balance zwischen Totengedenken und Heldenverehrung bewusst und hat deshalb in der Historischen Halle eine Dokumentation eingerichtet, wie die Gedenkstätte inzwischen ausdrücklich den »auf See Gebliebenen aller Nationen« gewidmet ist; und sich damit gegen eben jenen völkischen Nationalismus oder Chauvinismus richtet, der zu ihrer Errichtung führte. Über 341 Stufen oder zwei Fahrstühle erreicht man die Aussichtsplattform und kann von dort das großartige Panorama genießen – den weiten Rundblick auf Kieler Förde und Bucht, friedlich kreuzen Sportboote und kleine Yachten den Kurs großer Hochseeschiffe. Was U-Boot- Mannschaften wirklich in ihren >Schwimmenden Särgen< unter feindlichem Feuer erlitten, mag man sich heute kaum vorstellen. Wie bedrückend die Enge war, davon können Kurgäste sich selbst überzeugen: Als technisches Museum ist U 995 auf dem Strand zu besichtigen.

Gegenüber der ehemaligen Festung Friedrichsort liegt im Kurbad Heikendorf das U-Boot-Ehrenmal Möltenort auf einem markanten Küstenzipfel, dem Gelände einer Schanze des letzten Jahrhunderts. >Eisenwerth< ließ sich Christian Schmoll nennen, jener Künstler, der den monumental drohenden Adler aus bronzeüberzogenem Gusseisen entwarf, das Hakenkreuz wurde 1955 durch ein U-Boot-Abzei- chen aus Bronze ersetzt. Wenn die Kutter im Fischereihafen Dorsch und Butt anlanden, kann man sie noch fangfrisch kaufen – eine Delikatesse.

Besuchen Sie uns unter: München Reisetipps | 3 Tage Halong Bucht | Mekong Delta cruise Saigon to Phnom Penh | Vietnam Kambodscha Rundreise individuell