Ungleiche Schwestern: Amrum und Föhr


Von Dagebüll aus setzen Fähren Gäste und Autos im Liniendienst nach Amrum und Föhr über, während von Schlüttsiel Amrum, Nordmarsch-Langeneß und Hooge angelaufen werden.

Amrum

amrum

Näher zur offenen See, geschützt durch den westlich vorgelagerten bis zu 1,5 km breiten Kniepsand, liegt die rund 20 1cm2 große Insel. Auch hier zeugen Grabkammern und Riesenbetten von der Jahrtausende alten Besiedelung. Zwischen dem Hafenort Wittdün mit dem Naturschutzzentrum der Schutzstation Wattenmeer im Süden und Nebel ragt der höchste Leuchtturm der deutschen Nordseeküste 66 m über der Insel auf und bietet von seiner Plattform aus einen großartigen Rundblick; eine gute Gelegenheit, die Insel fast aus der Vogelperspektive zu erkunden. Nebel ist ein moderner Kurort und – trotz neuzeitlicher Veränderungen – malerisches Friesendorf zugleich. Feld- und Backsteine dienten seit dem frühen 13. Jh. zum Bau der Kirche St. Clemens, die wohl zu Beginn schon mit der spätromanischen Granittaufe ausgestattet war. Zur Spätrenaissance kam der Gemäldeflügelaltar hinzu (1634). Beachtung verdienen die Grabsteine auf dem Kirchhof. Nicht zu übersehen ist das Heimatmuseum: Es ist in der betriebsfähigen Erdholländer-Windmühle von 1771 untergebracht. Das Öömrang-Hüs von 1736 zeigt wechselnde Ausstellungen zur Kultur Nordfrieslands. Durch den reizvollen modernen Kur- und Badeort Norddorf führt der Weg zum Ausgangspunkt der Wattwanderung nach Utersum auf Föhr – die man allerdings keinesfalls ohne ortskundigen Führer wagen sollte.

Föhr

Bäume und ausgedehnte Weide- und Ackerflächen zeichnen die immerhin 82 km2 große Insel mit zahlreichen Ortschaften aus. Als frühgeschichtliches Bodendenkmal überdauerte der Wall der Lembecksburg bei Borgsuni: mit 10 m Höhe und einem Durchmesser von rund 100 m ragt die Anlage weithin sichtbar in der flachen Landschaft auf. Experten rätseln – wie im Fall der Tinnumburg auf Sylt wann und von wem der Wall aufgeschüttet wurde: bereits um 100 n. Chr. oder erst im 9./10. Jh. In Wyk landen die Fähren, der hochwassergeschützte Geestrücken dicht am Watt bot sich als Hafenplatz an. Deshalb gründete man um 1600 >bi de Wyk< – an der Bucht – den jetzigen Hauptort. Bereits 1819 erkannten Wyks Stadtväter die wirtschaftlichen Chancen des Tourismus und eröffneten das Seebad mit seinen weiten Strandflächen. Über die Geschichte informiert das Dr.-Carl-Haeberlin-Friesenmuseum (Rebbelstieg 34). Das älteste Haus der Insel von 1617 und eine von Langeneß >im- portierte< Bockwindmühle stimmen ein auf Funde zur Kulturgeschichte seit der Steinzeit. Im Ortsteil Boldixum wurde im 13. Jh. mit St. Nikolai die jüngste der drei Kirchen Föhrs gebaut, in romanischen Formen, die bereits die Entwicklung zur Gotik zeigen. Johann Schnitker gestaltete 1643 den prachtvollen Spätrenaissance- Altar mit biblischen Reliefs, Karyatiden-Figuren und Säulen. Die Holzkanzel entstand um 1630. Bemerkenswert sind noch einige gotische Holzfiguren: ein Nikolaus (um 1260) und Christus, ein Apostel und ein Diakon (um 1520). In Oevenum zeigt das Museum Altföhringer Bauernhaus (Buurnstraat 48) Leben auf dem Lande.

Nieblum bedeutet übersetzt >Neues Dorf<. Doch der Ort auf dem Geestrand wuchs, als nach den großen >Mandränken< die überlebenden Halligbewohner wieder sicheren Boden zum Siedeln benötigten. Als bedeutendste Kirche der Insel war schon seit dem 12. Jh. St. Johannis d. T. – auch Friesendom genannt – aus Granitquadern und Tuff mit kreuzförmigem Grundriss entstanden. Zur Granittaufe mit Reliefs von Löwenkämpfen der Erbauungszeit gesellten sich ein gotischer Schnitzaltar (1480) und die Renaissancekanzel aus dem Umkreis des Heinrich Ringering (1618). Familiengeschichten erzählen zahlreiche seit dem 18. Jh. kunstvoll gearbeitete Grabstelen auf dem Kirchhof.

Ähnliche Schicksale von Seefahrern lassen sich auch auf dem Friedhof von St. Laurentius an den Steinen ablesen, der sich etwas abgelegen nahe Süderende befindet. Die Kirche selbst entstand seit dem späten 12. Jh., die Granittaufe gehört noch der Erstausstattung an, den gotischen Schnitzaltar – eine Marienkrönung zwischen Heiligen – brachte das 15. Jh., und die einfache Renaissancekanzel kam im frühen 17. Jh. hinzu.

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